Rezension: „Still Missing“ von Chevy Stevens

StevensVerlag: Fischer

Seiten: 416

Preis: 9,99 € (Taschenbuch)

ISBN: 978-3596187164

Klappentext

Was würdest du tun, wenn dich jemand am helllichten Tag entführt? Wenn du ihm vollkommen ausgeliefert bist? Wenn es aus dieser Hölle kein Entkommen gibt? Würdest du töten? Und wäre dann wirklich alles vorbei?

Ein ganz normaler Tag, ein ganz normaler Kunde mit einem freundlichen Lächeln. Doch im nächsten Moment liegt die junge Maklerin Annie O’Sullivan betäubt und gefesselt in einem Lastwagen. Als sie erwacht, findet sie sich in einer abgelegenen, schallisolierten Blockhütte wieder. Ihr Entführer übt die absolute Kontrolle über sie aus. Ein endloser Albtraum beginnt, hinter dem ein noch schlimmerer auf sie wartet …

Meinung

Das Besondere an diesem Buch ist definitiv die Perspektive. Als Leser nimmt man die Position einer Therapeutin ein und unsere Protagonistin Annie erzählt uns ihre Geschichte. Sie spricht uns dabei direkt an und da die Therapeutin auf Annies Wunsch hin nie antwortet ist dieses Buch im Prinzip ein einziger Monolog. Wirklich gut gemacht!

Auch das Setting kann sich sehen lassen. Die Geschichte spielt in einer fiktiven Stadt auf Vancouver Island, einer kanadischen Insel. Und die Umgebung wird wirklich wunderschön und bildhaft beschrieben. Dies ist allerdings auch kein Wunder, denn die Autorin selbst stammt von dieser Insel.

Die Geschichte beginnt spannend. Annie wird aus heiterem Himmel entführt und gefangen halten. Dass ihr aus diesem Martyrium die Flucht gelingt ist allerdings von Anfang an klar, schließlich schildert sie der Therapeutin ihre Geschichte. Dementsprechend ist das auch nicht Teil der Spannung, viel mehr wird diese durch die Frage erzeugt, wie ihr die Flucht denn nun gelingt und vor allem: Warum sie denn eigentlich entführt wurde.

Doch Annie schildert nicht nur ihre Gefangenschaft, sondern auch ihren Umgang mit den Folgen davon. Sie beschreibt anschaulich, wie sie mit diesem Trauma klar kommt und Schritt für Schritt in ein normales Leben zurückfindet. Wobei auch hier Spannung erzeugt wird, denn durch gewisse aktuelle Erlebnisse wird klar: Der Horror ist noch nicht vorbei.

Insgesamt hatte ich wirklich Spaß dieses Buch zu lesen. Der Aufbau war interessant, die Geschichte sowieso und über Spannung konnte ich mich auch nicht beklagen (auch wenn es zwischendurch mal kleine Längen gab). Doch dann kam das Ende und das hat mir im Grunde fast das ganze Buch versaut.

Das Motiv hinter der Geschichte, der Grund warum Annie überhaupt entführt wurde, empfand ich als so dermaßen an den Haaren herbei gezogen, dass es mich wirklich wütend gemacht hat. Sehr, sehr schade! Da wäre wesentlich mehr drin gewesen.

Fazit

Im Grunde ein solider Thriller, der mit einem anderen Ende wesentlich besser gewesen wäre. Hier wurde Potenzial verschenkt! Ansonsten glänzt dieses Buch mit einer außergewöhnlichen Perspektive und einem schönen Setting.

Bewertung: 3 / 5 Sterne

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