Rezension: „Der siebte Tod“ von Paul Cleave

Der siebte Tod von Paul CleaveReihe: Christchurch (1) *

Verlag: Heyne

Seiten: 415

Preis: 8,95 € (Taschenbuch)

ISBN: 978-9783453432

*Ich habe zwar angemerkt, dass dieses Buch Teil einer Reihe ist, doch das ist nur indirekt zu verstehen. Die Geschichten spielen alle in Christchurch und damit im selben Kosmos, weshalb einem einige Personen immer wieder begegnen. Doch es gibt immer andere Protagonisten. Mal ist es ein Polizist oder wie in diesem Buch ein Killer. Die Fälle an sich sind immer abgeschlossen, deshalb kann man die Bücher eigentlich lesen wie man will. Ich persönlich lese die Bücher dann gerne in der Reihenfolge, wie sie erschienen sind.

Klappentext

Mein Name ist Joe. Ich bin ein netter Kerl. Aber manchmal bringe ich Frauen um.

Joe hat sein Leben scheinbar fest im Griff – tagsüber jobbt er als Putzmann bei der Polizei, abends geht er anderen Tätigkeiten nach. Er denkt daran, seine Fische zweimal täglich zu füttern und seine Mutter mindestens einmal pro Woche zu besuchen, obwohl er ihren Kaffee ab und zu mit Rattengift verfeinert. Er stört sich kaum an den Nachrichten über den Schlächter von Christchurch, der – so wird behauptet – sieben Frauen umgebracht hat. Joe weiß, dass der Schlächter nur sechs getötet hat. Er weiß es ganz einfach. Und Joe wird diesen Nachahmer finden; er wird ihn für die eine Tat bestrafen und ihm die anderen sechs Morde anhängen. Ein perfekter Plan, denn er weiß bereits, dass er die Polizei überlisten kann. Das Einzige, was noch getan werden muss, ist, sich um all die Frauen zu kümmern, die nicht aufhören, ihm im Weg zu stehen.

Meinung

Wie schon im Klappentext ersichtlich wird diese Geschichte (zum größten Teil) aus der Sicht des Killers erzählt. Diese Idee ist nicht neu – aber immer wieder sehr interessant und erfrischend. Joe ist ein einfacher Mann, der sich dümmer stellt als er eigentlich ist, sodass er von allen Menschen um sich herum unterschätzt wird. So entsteht die skurrile Situation, dass ausgerechnet er als unser Killer im Polizeipräsidium als Putzmann/Hausmeister arbeitet und dabei zusehen kann, wie die Polizisten gegen ihn ermitteln und dabei absolut keine Ahnung haben, dass der Täter längst unter ihnen ist.

Noch interessanter wird es, weil Joe nicht nur mordet sondern selbst die Rolle des Ermittlers einnimmt. Denn Jemand nutzt seine Mordserie um selbst einen Mord zu vertuschen und schiebt ihm ein zusätzliches Opfer unter – und das passt ihm gar nicht. Deshalb geht er selbst auf Spurensuche und nutzt dabei natürlich ganz andere Wege als die Polizei. Wirklich gut gemacht!

Joe an sich ist ein Charakter, mit dem man klar kommen muss. Er hat einen gewissen schwarzen Humor, der mir sehr gut gefallen hat, aber ein wirklicher Sympathieträger ist er nicht. Was aber auch Sinn macht, schließlich handelt es sich bei ihm um einen Killer und die sollen in der Regel auch nicht sympathisch sein.
Man merkt, dass er zwar intelligent, aber psychisch kaputt ist. Dies wird besonders im Bezug auf seine Mutter deutlich, denn da spielen seine Gedanken und Empfindungen erst recht verrückt. In der einen Sekunde liebt er sie über alles, in der anderen versucht er sie zu vergiften. Diese durchaus realistische Darstellung fand ich auf Dauer etwas anstrengend.

Einen großen Stellenwert in der dieser Geschichte nimmt auch eine Frau namens Melissa ein. Was es mit ihr auf sich hat wird an dieser Stelle nicht verraten, doch auch mit ihr hatte ich so meine Probleme. Die Idee hinter ihrer Person fand ich sehr gut und durchaus auch sehr spannend, leider hat sie aber auch den Fokus sehr auf sich gezogen und so unseren Protagonisten Joe etwas verblassen lassen. Sie lenkt meiner Meinung nach zu sehr von der eigentlichen Geschichte ab.

Fazit

Ein interessanter Thriller, der durchaus lesenswert ist, meiner Meinung nach aber auch ein paar Schwachstellen hat. Ich werde die „Reihe“ aber definitiv fortführen.

Bewertung: 3,5 / 5 Sterne

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