Rezension: „Die Geschichte der Baltimores“ von Joel Dicker

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Verlag: Piper
Seiten: 510
Übersetzung: Brigitte Große und Andrea Alvermann
Erscheinungsjahr: 2016
Preis: 24,00 € (HC) (Taschenbuch erscheint 2017)
ISBN: 978-3-492-05764-6

Klappentext

Bis zum Tag der Katastrophe gab es zwei Goldman-Familien. Die Baltimore-Goldmans und die Montclair-Goldmans. Die »Montclairs« sind eine typische Mittelstandsfamilie, kleines Haus im unschicken New Jersey, staatliche Schule für Marcus, den einzigen Sohn. Ganz anders die Goldmans aus Baltimore: Man ist wohlhabend und erfolgreich, der Sohn Hillel hochbegabt, der Adoptivsohn Woody ein Sportass erster Güte. Als Kind ist Marcus hin- und hergerissen zwischen Bewunderung für diese »besseren« Verwandten und Eifersucht auf ihr perfektes Leben. Doch Hillel und Woody sind seine besten Freunde, zu dritt sind sie unschlagbar, zu dritt schwärmen sie für das Nachbarsmädchen Alexandra – bis ihre heile Welt eines Tages für immer zerbricht. Acht Jahre danach beschließt Marcus, inzwischen längst berühmter Schriftsteller, dass es Zeit ist, die Geschichte der Baltimores aufzuschreiben. Aber das Leben ist komplizierter als geahnt, und die »Wahrheit« über ihre Familie scheint viele Gesichter zu haben.

Anmerkung

Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört – natürlich in der ungekürzten Fassung. Gelesen wird es von Torben Kessler, der einen grandiosen Job gemacht hat. Er ist überhaupt der Grund gewesen, warum ich es unbedingt hören wollte.

Meinung

Ich habe letztes Jahr „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ von Joel Dicker gehört und war dem Autor damit sofort verfallen. Mit „Die Geschichte der Baltimores“ ist er nun endgültig mein Lieblingsautor geworden.

Im Mittelpunkt steht – wie bereits bei „Harry Quebert“ – Marcus Goldmann, ein junger, erfolgreicher Schriftsteller. Er beschließt die Geschichte seiner Familie niederzuschreiben und beginnt die Hintergründe zu recherchieren. Denn die damalige Katastrophe, von der immer wieder die Rede ist, ist ein wichtiger Punkt in seinem Leben, welches ihn schwer erschüttert hat. Er begibt sich auf die Suche nach den Hintergründen und erkennt, dass eine Geschichte nicht nur eine Wahrheit beinhalten muss und dass die Wahrnehmung eine ganz wichtige Rolle spielt.

Auf zwei Zeitebenen wird der Leser zunächt an die Begebenheiten heran geführt. Die Charaktere werden vorgestellt und 20 Jahre Familiengeschichte nach und nach erläutert. Dabei lässt sich Dicker viel Zeit, was aber überhaupt nicht störend wirkt. Ganz im Gegenteil: Ich habe jede Minute genossen und konnte gar nicht genug von den Goldmans bekommen.
Schritt für Schritt kommt der Leser der Katastrophe immer näher. Die Handlungen verstricken sich, man beginnt zu rätseln und mitzufiebern.

Ich habe mich schon bei „Harry Quebert“ in den Schreibstil von Dicker verliebt, der tiefgehend, elegant und zeitgleich wunderbar leicht ist.  Nach den „Baltimores“ kann ich nur wieder bestätigen: Dieser Mann kann einfach schreiben!

Die Geschichte glänzt mit viel Gefühl, einem gewissen Grad an Spannung und hat auch einige Überraschungen zu bieten. Ich bin der Geschichte komplett verfallen und meine sehr hohen Erwartungen wurden absolut erfüllt.

Muss man „Harry Quebert“ gelesen haben um diese Geschichte zu verstehen?

Nein, muss man nicht. Beide Bücher haben zwar den selben Protagonisten, hängen so aber nicht zusammen. Man kann die Bücher lesen wie man will und braucht sich keine Sorgen über mögliche Spoiler zu machen.

Fazit

Mit „Die Geschichte der Baltimores“ hat sich Joel Dicker endgültig in mein Herz geschrieben. Ich warte schon sehnsüchtig auf sein nächstes Werk und kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen. Wer Familiengeschichten mag, der sollte es sich unbedingt mal ansehen.

Es mit dem Vorgänger „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ zu vergleichen finde ich sehr schwierig und gleichermaßen unfair, da sie sich allein schon im Genre unterscheiden (Harry Quebert hat starke Krimi-Anteile, Baltimore hat diese gar nicht).
Grundsätzlich hat mir „Harry Quebert“ ein kleines bisschen besser gefallen, wobei ich hier aber auf einem sehr hohem Niveau unterscheide. Beide Bücher konnten mich restlos begeistert.

Bewertung: 5/5 Sternen

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Ein Kommentar zu „Rezension: „Die Geschichte der Baltimores“ von Joel Dicker

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