Rezension: „Die Drei“ von Sarah Lotz

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Verlag: Goldmann
Seiten: 510
Übersetzung: Eva Bonné
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: 14,99 € (Broschur)
ISBN: 978-3-442-31371-6

Klappentext

Der Tag, an dem es passiert, geht als „Schwarzer Donnerstag“ in die Geschichte ein. Der Tag, an dem vier Passagierflugzeuge abstürzen, innerhalb weniger Stunden, an vier unterschiedlichen Orten. Es gibt nur vier Überlebende. Drei davon sind Kinder, die fast unverletzt aus den Flugzeugwracks steigen. Die vierte ist Pamela May Donald, die gerade noch so lange lebt, dass sie eine Nachricht auf ihrem Handy hinterlassen kann. Eine Nachricht, die die Welt verändern wird. Eine Nachricht, die eine Warnung ist …

Anmerkung

Ich habe das Buch zunächst gelesen, bin dann aber auf das ungekürzte Hörbuch umgestiegen. Grund ist nicht das Buch an sich, sondern meine nicht vorhandene Zeit. Und da ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht, war das Hörbuch eine gute Alternative.

Das Hörbuch wird von mehreren Sprechern gesprochen, was auch Sinn macht, da nun einmal viele Charaktere zu Wort kommen und diese so besser unterschieden werden können. Zudem hatte es nette Feinheiten, so hörte man bei einem Chat-Protokoll im Hintergrund leise Tipp-Geräusche.

Ich persönlich hätte es dennoch lieber gelesen, da man der Geschichte so doch leichter folgen kann. Das Hörbuch ist nicht unbedingt dazu geeignet, es „nebenher“ laufen zu lassen.

Meinung

„Die Drei“ von Sarah Lotz ist ein wahrlich spezielles Buch und ich kann mir durchaus gut vorstellen, dass einige Leser nichts damit anfangen können. Bei mir hat es zur richtigen Zeit den richtigen Nerv getroffen – ich finde es großartig!

20170628_152251Doch fangen wir von vorne an: Allein der Aufbau überrascht. Nach einem intensiv geschriebenen Prolog folgt nämlich ein Buch. Jawohl, ein Buch. Die fiktive Autorin „Elspeth Martins“ hat ein ebenso fiktives Sachbuch mit dem Titel „Schwarzer Donnerstag – Vom Absturz zur Verschwörung. Die wahre Geschichte der Drei“ geschrieben. Wir haben hier also ein Buch im Buch.
In diesem hat sie im Laufe einer langen Recherche die Hintergründe und vor allem Folgen der Flugzeugabstürze dargelegt. Verschiedene Personen kommen hier zu Wort: Ersthelfer schildern ihre Erlebnisse am Unfallort, Angehörige den Umgang mit den überlebenden Kindern; es gibt Chat-Protokolle, Zeitungsartikel, Interviews und vieles mehr. So setzt sich nach und nach die Geschichte zusammen.

Das sich hinter „Die Drei“ ein fiktives Sachbuch verbirgt mag zwar etwas trocken klingen – ist es aber nicht. Ganz im Gegenteil: Die kurzen Einblicke verschiedener Personen verleiten zum Weiterlesen ganz nach dem Motto „Ein Kapitel schaff‘ ich noch! (Und dann noch eins und dann noch eins 😉 „. Und zwischen den recht neutralen Informationen und Berichten wird es auch mal emotional, so schildern die Angehörigen, wie sie vom Flugzeugabsturz erfahren und Ersthelfer berichten von den Trümmern und der Suche nach Überlebenden.
Insgesamt haben wir hier also eine gute Mischung aus Sachbuch und der nötigen Tiefe.

Es kommen viele Personen zu Wort, die zu Beginn jedes Kapitels vorgestellt werden. Man sollte also schon ein wenig aufpassen, wobei man jedoch auch schnell merkt, dass man sich nicht jeden Namen merken muss. Speziell die Charaktere aus dem näheren Umfeld der Kinder bekommen mehr Aufmerksamkeit und sind somit unsere Protagonisten.

Das dieses Buch als Thriller kategorisiert wurde, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Die Geschichte hat etwas von einem Mystery-Thriller, das Erzähltempo ist aber eher langsam und diese typische Spannung, die man bei einem Thriller erwartet, ist auch nicht gegeben. Ich würde es eher als Roman mit Horror/Mystery-Elementen bezeichnen, welches eine recht hohe Sogwirkung haben kann.

Besonders interessant ist hierbei der Blick auf die menschlichen Reaktionen und deren Folgen. Die fiktive Autorin legt nicht nur die Tatsachen dar, sie durchleuchtet auch die wilden Spekulationen, die seit den Abstürzen kursieren. Fanatische Gruppen glauben an den Weltuntergang, andere an Aliens. Und was hier eventuell etwas verrückt klingen könnte, ist es im Grunde gar nicht, denn seien wir doch einmal ehrlich: Das ist keine Fiktion. Die Welt ist nun einmal verrückt.
Und dann fallen ein paar Sätze, die einen selbst daran zweifeln lassen…

Auch mit dem Ende wird vermutlich nicht jeder einverstanden sein – für mich hat es allerdings Sinn ergeben und fügt sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.

Fazit

Eine spezielles Buch mit einem besonderen Aufbau. Man wird mit einem besonderen Leseerlebnis belohnt, wenn man sich darauf einlassen kann. Mich hat es von Anfang an fasziniert und nicht mehr losgelassen. Sarah Lotz werde ich auf jeden Fall im Auge behalten und ihr zweites Buch „Tag Vier“ ist schon auf meiner Wunschliste.

Bewertung: 5/5 Sternen

 

An dieser Stelle nochmal ein dickes DANKESCHÖN an Ashley, die mir das Buch geschenkt hat ❤

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2 Kommentare zu „Rezension: „Die Drei“ von Sarah Lotz

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