Rezension: „Sturz der Titanen“ von Ken Follett

IMG_5066Reihe: Jahrhundert-Trilogie (1)

Verlag: Bastei Lübbe

Seiten: 1022

ISBN: 978-3404166602

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört. Gesprochen wird dieses von Philipp Schepmann und hat eine Hördauer von 37 Stunden und 4 Minuten.

Klappentext

1914. In Europa herrscht Frieden, doch die Weltmächte rüsten zum Krieg. Ein einziger Funke könnte dieses Pulverfass entzünden. Der Schatten des drohenden Konflikts fällt auf die Lebenswege mehrerer Familien aus verschiedenen Ländern, die sich über ein ganzes Jahrhundert immer wieder kreuzen werden.

– Ethel Williams, Kind einer Bergmannsfamilie aus Wales, ist Dienerin im Haus von Earl Fitzherbert. Als sie von ihm ein Kind erwartet, wird sie in Schande entlassen. Aber Ethel lässt sich nicht entmutigen und beginnt, während die Männer ins Feld ziehen, für die Rechte der Frauen zu kämpfen.
– Walter von Ulrich, Spross einer Adelsfamilie, sehnt sich nach einem demokratischen Deutschland. In London verliebt er sich in die emanzipierte Lady Maud. Am Tag vor der deutschen Kriegserklärung an Russland heiraten sie heimlich. Aber der Krieg reißt die Liebenden auseinander.
– Grigori und Lew Peschkow wachsen in St. Petersburg als Waisen auf. Der rechtschaffene Grigori wird zum Revolutionär. Sein leichtfertiger Bruder gelangt in Amerika zu Reichtum. Doch dann muss Lew zur Armee, kehrt als Soldat in die Heimat zurück – und sieht sich seinem Bruder gegenüber.

Meinung

Dieses Buch ist mein erster historischer Roman gewesen und es wird ganz sicher nicht der letzte sein! Schon in den ersten Minuten habe ich mich in den Stil und die Charaktere verliebt.

Vorweg sollte ich vielleicht klar stellen, dass ich in Geschichte nicht unbedingt bewandert bin. Was ich einst in der Schule lernte ist schon eine Weile her, danach habe ich mich nie großartig mit der Thematik 1. Weltkrieg beschäftigt. Dementsprechend würde ich mein Vorwissen als grob beschreiben. Im Grunde konnte ich vorher nur sagen, in welchem Zeitraum der Krieg stattfand, wer beteiligt war und wie er endete.

Ken Follett hat mir das Thema näher gebracht, als es jeder Geschichtsunterricht in der Schule jemals konnte. Und noch wichtiger: Er hat mich dabei unterhalten. Ich habe etwas gelernt ohne jemals das Gefühl dabei gehabt zu haben, belehrt zu werden. Ganz im Gegenteil: Noch nie fand ich diese Thematik so interessant.

Der Konflikt zwischen den Ländern wurde eindrucksvoll beschrieben. Ken Follett beschreibt die Ansichten und Beweggründe der Länder sehr sachlich und schlägt sich dabei auf keine Seite. Er durchleuchtet jede Handlung und ihre Ursache genau und legt jeden Fehler offen dar. Er stellt klar: Jedes Land hat seinen Teil dazu beigetragen, auch wenn diese die Fehler nur bei anderen suchen.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, die im Klappentext näher erläutert werden. Dadurch kommen einige Charaktere zusammen, wobei ich jedoch nie das Gefühl hatte, durcheinander zu kommen oder Charaktere zu verwechseln.

Die Charakterzeichnung hat mir gut gefallen. Jeder hat die nötige Tiefe erhalten, um diese Geschichte über die vielen Seiten zu tragen. Keiner wirkte auf mich irgendwie blass oder klischeehaft. Seien es die britischen Frauen Lady Maud und Ethel, die für die Rechte der Frauen kämpfen, oder Lew Peschkow, der sich durch sein Leben schummelt. Jeder Charakter hat seine Stärken und Schwächen und haucht der Geschichte Leben ein.

Doch so sehr ich die Charaktere mochte und so sehr mich die Thematik interessierte – zwischendurch ist mir die Länge der Geschichte durchaus bewusst geworden. Stellenweise und gerade zum Schluss hin hatte ich einfach das Gefühl, die Luft wäre raus und im Endeffekt bin ich erst einmal froh, das Buch beendet zu haben.

Fazit

Insgesamt konnte mich Ken Follett wirklich begeistern und hat mir mit diesem Buch ein für mich neues Genre näher gebracht. Ich mochte die Charaktere und habe ihren Weg sehr gerne verfolgt. Zudem habe ich sogar noch etwas dazu gelernt.

Was mir zum Schluss etwas zu schaffen gemacht hat war die Länge der Geschichte. Auch wenn die gut durchdachten Charaktere viel davon tragen können, hatte ich zwischenzeitlich leider doch das Gefühl von Langatmigkeit.

Generell würde ich aufgrund meiner persönlichen Erfahrung mit dem Buch behaupten, dass man kein großes Vorwissen über die Thematik braucht, um die Geschichte zu verstehen. Denn Follett erklärt alle Hintergründe ausführlich und sorgt damit selbst für eine gewisse Basis.

Ich werde die Trilogie definitv fortführen, brauche jetzt allerdings erst einmal eine Pause.

Bewertung: Ich vergebe 4 von 5 Sternen

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