Kurz und Knapp #1

Euch ist bestimmt schon aufgefallen, dass ich nicht jedes Buch, das ich lese, auch rezensiere. Das liegt daran, dass ich bei einigen Büchern nicht das Gefühl habe, die richtigen Worte zu finden bzw meine Worte zu knapp für eine richtige Rezension sind. Deshalb führe ich nun eine neue Rubrik ein – „Kurz und Knapp“.

Hier teile ich euch meine Meinung zu fünf gelesenen Büchern in einer Art Kurzrezension mit. Das hat auch den Vorteil, dass ich so meine Meinung zu Büchern mitteilen kann, die bereits vor einiger Zeit gelesen wurden. In jedem Beitrag gibt es also einen bunten Mix aus allen Genres von Büchern, die ich die letzten Jahre so gelesen habe.

*(Zahl) = Teil einer Reihe

Ursula Poznanski: Fünf (1)

fünfKlappentext: Eine Frau liegt tot auf einer Kuhweide. Ermordet. Auf ihren Fußsohlen: eintätowierte Koordinaten. Sie führen zu einer Hand, in Plastikfolie eingeschweißt, und zu einem Rätsel, dessen Lösung wiederum zu einer Box mit einem weiteren abgetrennten Körperteil führt. Es ist ein blutiges Spiel, auf das sich das Salzburger Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger einlassen muss. Jeder Zeuge, den sie vernehmen, wird kurz darauf getötet, die Morde folgen immer schneller aufeinander. Den Ermittlern läuft die Zeit davon. Sie ahnen, dass erst die letzte Station der Jagd das entscheidende Puzzleteil zutage fördern wird …

Meinung: Der erste Teil der Reihe rund um die Ermittler Beatrice Kaspary und Florin Wenninger hat mir gut gefallen. Ich mag die Ermittler sehr und auch die Thematik fand ich sehr interessant – es geht nämlich um Geo-Caching. Den Fall an sich fand ich gut umgesetzt, auch wenn man sich auf viel Polizeiarbeit gefasst machen sollte. Generell finde ich diese Reihe auch gut für Anfänger im Thriller-Genre bzw eher zart besaitete Leser geeignet.

Was mir nicht so gefallen hat war der allgemeine Aufbau. Dieses Buch hat nämlich keine richtigen Kapitel, was für einen Kapitel-Leser wie mich sehr schwierig war. Dadurch war es für mich stellenweise auch etwas langatmig.

Bewertung: 4 Sterne

Alice Sebold: In meinem Himmel

in meinem himmelKlappentext: Susie Salmon führt das ganz normale Leben eines Teenagers in einer amerikanischen Kleinstadt – bis zu jenem Tag im Dezember, als sie von einem Vergewaltiger getötet wird. Aber Susies Existenz ist damit nicht ausgelöscht. Von „ihrem Himmel“ aus verfolgt sie das Leben auf der Erde, beobachtet ihre Freunde und Familie, die mühevoll nach Wegen suchen, um den Verlust zu verarbeiten. Und erst, als die fragile Balance menschlicher Existenz wiederhergestellt ist, kann auch Susie ihren Seelenfrieden finden…

Meinung: Unsere Protagonistin wird schon auf den ersten Seiten getötet und erlebt von da an, wie ihre Mitmenschen mit ihrem Tod umgehen. Doch auch sie muss lernen, mit ihrem Leben abzuschließen. Alice Sebold ist eine interessante Geschichte gelungen, die mir an manchen Stellen jedoch etwas zu langatmig war. Der Umgang mit dem Tod und die Trauer werden gut dargestellt, doch mir hat es etwas an Elan gefehlt.

Wer Susie umgebracht hat, ist dem Leser von Anfang an bekannt, doch ihr Tod bleibt für ihre Mitmenschen ungeklärt. So beobachtet Susie zum Beispiel ihren Vater dabei, wie dieser versucht ihren Mord aufzuklären. Dies bietet wenig Spannung, ist aber eine recht interessante Perspektive.

Bewertung: 3,5 Sterne

Matt Haig: Ich und die Menschen

HaigKlappentext: In einer regnerischen Freitagnacht wird Andrew Martin, Professor für Mathematik in Cambridge, aufgegriffen, als er nackt eine Autobahn entlangwandert. Professor Martin ist nicht mehr er selbst. Ein Wesen mit überlegener Intelligenz und von einem weit entfernten Stern hat von ihm Besitz ergriffen. Dieser neue Andrew ist nicht begeistert von seiner neuen Existenz. Er hat eine denkbar negative Meinung von den Menschen. Jeder weiß schließlich, dass sie zu Egoismus, übermäßigem Ehrgeiz und Gewalttätigkeit neigen. Doch andererseits: Kann eine Lebensform, die Dinge wie Weißwein und Erdnussbutter erfunden hat, wirklich grundschlecht und böse sein? Und was sind das für seltsame Gefühle, die ihn überkommen, wenn er Debussy hört oder Isobel, der Frau des Professors, in die Augen blickt?

Bewertung: Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört – vertont von Christoph Maria Herbst, der einen tollen Job gemacht hat. Doch nicht nur der Sprecher konnte mich begeistern, auch das Buch fand ich sehr gelungen. Matt Haig betrachtet die Menschen mit sehr viel Witz und Charme und führt dem Leser zeitgleich die Dinge vor Augen, die nicht richtig laufen. Warum töten Menschen einander? Wo kommt all der Hass her? Und warum ist das Leben trotz Krieg und Leid dennoch so lebenswert?

Dieses Buch regt zum Nachdenken an und ist zeitgleich unglaublich unterhaltsam. Ein paar Schwierigkeiten hatte ich lediglich mit dem Anfang des Buches, der Einstieg fiel mir relativ schwer.

Bewertung: 4,5 Sterne

Chris Carter: Der Kruzifix-Killer (1)

Carter 1Klappentext: Er kennt keine Gnade. Er tötet grausam. Und er ist teuflisch intelligent. Los Angeles: Die Leiche einer wunderschönen Frau wird gefunden, zu Tode gequält und bestialisch verstümmelt. Keinerlei Spuren. Bis auf ein in den Nacken geritztes Kreuz, ein Teufelsmal: das Erkennungszeichen eines hingerichteten Serienmörders. Detective und Profiler Robert Hunter wird schnell klar, dass der Kruzifix-Killer lebt. Er mordet auf spektakuläre Weise weiter. Und er ist Hunter immer einen Schritt voraus – denn er kennt ihn gut. Zu gut. Lernen Sie auch das Hörbuch zu diesem Titel kennen!

Bewertung: Der erste Teil der Robert Hunter Reihe ist sicherlich nichts für zart besaitete! Chris Carter lässt massig blut fließen und gibt sich stets Mühe, seine Opfer auf möglichst bestialische Art und Weise umzubringen. Wer damit also Probleme hat, sollte auf jeden Fall seine Finger davon lassen!

Die Ermittler Robert Hunter und Carlos Garcia sind recht klischeehaft, aber dennoch sehr sympathisch. Der Fall ist brutal, aber recht interessant und die kurzen Kapitel fördern den Lesefluss. Was mich gestört hat war die Nebenhandlung. Diese macht am Anfang Sinn und verliert sich zur Mitte hin. Zum Schluss wird notgedrungen noch irgendeine Verbindung zusammengebastelt, die für mich nicht passt. Ingesamt aber ein guter Thriller, den ich gerne gelesen habe.

Bewertung: 4 Sterne

Marina Keegan: Das Gegenteil von Einsamkeit

KeeganKlappentext: Wenige Tage nach ihrem Yale-Abschluss starb Marina Keegan bei einem Autounfall. Sie war ein Ausnahmetalent, das der Welt brillante Texte voller Lebenslust hinterließ. Selbstbewusst und authentisch schrieb sie über Themen, die sie wie viele junge Erwachsene beschäftigten: Liebe, Lust, Eifersucht, Selbstzweifel, Geborgenheit, Ablehnung, Familie und Zukunft. Marina Keegans Stories und Essays vereinen schwerelosen, sensiblen und mitreißenden Optimismus mit ungeheurer literarischer Reife: hoffnungsvoll, wild und melancholisch. Man liest sich atemlos, lachend und mit Tränen in den Augen durch das ganze fulminante Buch.

Meinung: Man merkt deutlich, dass Marina Keegan ein großes Talent war, das leider viel zu früh verstorben ist. Wie bei jeder Kurzgeschichten-Sammlung haben mir einige Texte mal besser, mal nicht ganz so gut gefallen, doch insgesamt fand ich sie ziemlich gut. Gerade wenn sie über den Tod schreibt überkommt einem ein kleiner Schauer, angesichts ihrer eigenen Geschichte. Und da wären wir schon bei meinem Problem: Viele Texte wirken auf mich durch die Geschichte der Autorin wesentlich intensiver, als sie vermutlich eigentlich sind. Und ich denke nicht, dass es in Marinas Sinne gewesen wäre ihre Texte aufgrund dessen zu feiern.

Bewertung: 4 Sterne

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2 Kommentare zu „Kurz und Knapp #1

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