Rezension: „Dark Matter – Der Zeitenläufer“ von Blake Crouch

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Verlag: Goldmann

Seiten: 416

Preis: 16,00 € (Broschur)

ISBN: 978-3442205127

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Anmerkung

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar vom Bloggerportal erhalten. Vielen Dank!

Klappentext

„Bist du glücklich?“ Das sind die letzten Worte, die Jason Dessen hört, bevor ihn ein maskierter Mann niederschlägt. Als er wieder zu sich kommt, begrüßt ihn ein Fremder mit den Worten: „Willkommen zurück, alter Freund.“ Denn Jason ist in der Tat zurückgekehrt – doch nicht in sein eigenes Leben, sondern in eines, das es hätte sein können. Und in diesem Leben hat er seine Frau nie geheiratet, sein Sohn wurde nie geboren. Und Jason ist kein einfacher College-Professor, sondern ein gefeierter Wissenschaftler. Doch ist diese Welt real? Oder ist es die vergangene Welt? Wer ist sein geheimnisvoller Entführer? Und vor die Wahl gestellt – was will er wirklich vom Leben: Familie oder Karriere? Auf der Suche nach einer Antwort begibt Jason sich auf eine ebenso gefährliche wie atemberaubende Reise durch Zeit und Raum. Eine Reise, die ihn am Ende auch mit den dunklen Abgründen seiner eigenen Seele konfrontieren wird …

Meine Meinung

Ich habe mich sehr auf „Dark Matter“ gefreut, denn mit diesem Buch habe ich ein für mich neues Genre ausprobiert – Science Fiction. Grundsätzlich würde ich diesen Versuch als gelungen beschreiben, jedoch gibt es einige Punkte an diesem Buch, die mich gestört haben.

Der größte Kritikpunkt ist der Schreibstil. Dieser ist meist sehr abgehakt und beinahe stakkatoartig.

Über mehrere Seiten hinweg und dann auch zwischendurch immer mal wieder werden die Situationen, Gefühle und Umgebungen in kurzen, bündigen Sätzen beschrieben. Bei jedem Satz beginnt der Autor eine neue Zeile, was an vielen Stellen allerdings komplett unnötig gewesen wäre. So habe ich bei jeder neuen Zeile gedanklich eine Pause gemacht, was den Text holprig und abgehakt werden ließ.

Die Filmrechte des Buches wurden bereits verkauft und genau das Gefühl hatte ich auch beim Lesen – es ist so geschrieben, dass man daraus sofort einen Film machen kann beziehungsweise mir kam es so vor, als hätte der Autor genau das gewollt. Das ist allerdings nicht unbedingt positiv zu sehen, denn es gibt immerhin einen Grund warum häufig gesagt wird „das Buch sei besser als der Film“. Buch und Film sind verschiedene Medien und haben jeder ihre Vorteile. Filme überzeugen mit Bildern und Ton, Bücher dafür mit mehr Tiefe. Und genau das hat mir beim Buch gefehlt – der Tiefgang. Die Charaktere waren mir ein wenig zu blass und manche Handlungen nicht ganz nachvollziehbar. Als Film kann ich mir die Geschichte sehr gut vorstellen, aber in Buchform hat mir Einiges gefehlt.

Grundsätzlich ist die Geschichte mitreißend und sehr interessant. Jeder hat sich in gewissen Situationen sicherlich schon einmal gefragt, was passiert wäre, hätte man eine andere Entscheidung getroffen. Und genau diese Frage greift das Buch auf. Was wäre passiert, hätte ich mich für die Karriere entschieden und nicht für die Familie? Was wäre mir entgangen? Wäre dieses Leben besser für mich gewesen?

Blake Crouch spinnt um diese Fragen eine spannende Geschichte, die teilweise sehr fachlich/wissenschaftlich gestaltet ist, an anderen Stellen aber auch sehr emotional.

Allerdings sollte an dieser Stelle ein wichtiger Punkt geklärt werden: Es handelt sich bei diesem Buch um KEINE Zeitreise-Geschichte! Der Untertitel „Der Zeitenläufer“ ist komplett falsch, denn unser Protagonist reist nicht durch die Zeiten, sondern durch verschiedene Realitäten, die die Auswirkungen seiner Entscheidungen zeigen. Das hat überhaupt nichts mit Zeitreise zu tun und könnte falsche Erwartungen entstehen lassen.

Was das Ende betrifft, so konnte mich auch dieses nicht wirklich begeistern. Es ist okay, aber mehr auch nicht. Besonders die Tatsache, dass die Charaktere zum Schluss hin immer emotionaler wurden hat mich gestört. Allein wie oft sich die Charaktere gesagt haben, dass sie sich lieben ging mir auf Dauer wirklich auf die Nerven. Durch den für mich fehlenden Tiefgang war das für mich nicht gerade authentisch, sondern einfach nur kitschig.

Fazit

Mit „Dark Matter – der Zeitenläufer“ hat Blake Crouch eine Geschichte geschaffen, die ein interessantes Thema hat und durchaus mitreißend ist. Auch eine gewisse Spannung ist gegeben, die mir allerdings durch den Schreibstil kaputt gemacht wurde. Ich hätte mir außerdem ein wenig mehr Tiefe gewünscht, vor allem was die Charaktere angeht, die stellenweise doch recht blass waren. Auch das Ende konnte mich nicht überzeugen.

Ich denke, wer mit dem Schreibstil nicht so ein Problem hat wie ich, könnte mehr Freude an der Geschichte haben. Für mich ist es dadurch ein Buch geworden, welches man durchaus mal lesen kann, allerdings nichts verpasst, wenn man es doch nicht tut.

Bewertung: 3/5 Sterne

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2 Kommentare zu „Rezension: „Dark Matter – Der Zeitenläufer“ von Blake Crouch

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