Rezension: „Tiere“ von Simon Beckett

IMG_4825

Verlag: Rowohlt

Preis: 9,99 (Taschenbuch)

Seiten: 288

ISBN: 978-3499249150

Klappentext

Manche Menschen sind Tiere.

Nigel ist sicherlich nicht der Hellste. Aber er ist meistens ganz guter Laune. Im Büro gibt es immer etwas zu kopieren, und außerdem sind da Cheryl und Karen. Auch im Pub, den seine Eltern früher führten und in dem Nigel jetzt wohnt, fühlt er sich wohl. Es gibt hier zwar kein Bier und keine Zigaretten mehr, aber Nigel interessiert sich sowieso mehr für Fernsehen und Comics.

Und dann ist da noch der Keller. Hier hält Nigel seine Mitbewohner. Dass die nicht freiwillig da unten wohnen, stört Nigel nicht …

Meinung

Simon Beckett scheint ein Autor zu sein, mit dem ich einfach nicht warm werde. Schon die David-Hunter-Reihe konnte mich nicht überzeugen, dennoch wollte ich dem Autor mit einem seiner Einzelbände noch eine Chance geben. Tiere fand ich besonders interessant, der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht, doch am Ende wurde ich auch hier enttäuscht.

In seinem Vorwort erklärt Beckett, dass er einen Protagonisten erschaffen wollte, der schlimme Dinge tut und dem Leser trotzdem sympathisch sein soll. Doch das ist ihm nicht gelungen. Wie auch schon bei der David-Hunter-Reihe ist der Protagonist ein Charakter ohne Profil, der kaum Tiefe besitzt und einfach nicht greifbar ist.

Den Beginn der Geschichte fand ich noch recht gelungen, doch dann hat Beckett komplett den Faden verloren. Plötzlich dreht sich alles nur noch um den Besuch zweier Kolleginnen und dessen Kumpel und wird dadurch absolut niveaulos. Es geht nur noch um Sex und Alkohol und die Tatsache, dass Nigel Menschen in seinem Keller gefangen hält gerät vollkommen in Vergessenheit. Dadurch wirkte das Buch auf mich etwa ab der Mitte ziemlich langatmig. Ein No-Go, wenn man bedenkt, dass das Buch nicht einmal 300 Seiten hat.

Auch das Motiv von Nigels Handlungen lässt zu wünschen übrig. Es gibt einige Rückblicke auf seine Vergangenheit, die darauf schließen lassen, warum er den Menschen so etwas antut. Doch diese Hintergrundgeschichte reicht einfach nicht aus. Sie ist zu dünn um als Ursache herzuhalten und wird nur durch die Tatsache aufgefangen, dass Nigel stark zurückgeblieben ist. Das eigentliche Motiv reicht nicht aus, aber der Protagonist ist ja halt dumm, dann passt das schon. Ebenfalls ein No-Go!

Auch das Ende kann nicht überzeugen. Nachdem der Autor den Leser ewig hinhält und sich auf Nigels Gäste konzentriert, endet alles plötzlich innerhalb weniger Seiten. Noch dazu ist das Ende offen, der Leser wird also einfach allein gelassen und darf sich den Rest selber denken. Insgesamt macht die Geschichte dadurch keinen runden Eindruck, sie wirkt abgehakt und strukturlos.

Fazit

Ich habe jetzt endgültig mit dem Autor abgeschlossen und werde um seine Bücher zukünftig einen weiten Bogen machen. „Tiere“ ist eine chaotische Geschichte, bei dem ich oft den Eindruck hatte, der Autor wisse selber nicht genau, wo er eigentlich hin möchte. Mir fehlte es definitiv an Tiefe und Spannung.

Ich vergebe 1 von 5 Sternen

Advertisements

Ein Kommentar zu „Rezension: „Tiere“ von Simon Beckett

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s