Rezension: „Totenhaus“ von Bernhard Aichner

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Reihe: Bestatterin Blum (2) (Erster Teil: „Totenfrau“)

Verlag: btb

Seiten: 413

Preis: 19,99 € (Gebundene Ausgabe) / 9,99 € (Taschenbuch)

ISBN: 978-3442714421

Klappentext

Eine Mörderin auf der Flucht. Brünhilde Blum wacht eines Tages in einem Albtraum auf. Einer der fünf Menschen, die sie umbringen musste, taucht plötzlich wieder auf. Bei einer Exhumierung auf einem Innsbrucker Friedhof werden in einem Sarg zwei Köpfe und vier Beine gefunden. Nur eine Person kommt als Täterin in Frage: die Bestatterin, die die Toten damals eingebettet hat. Blum muss fliehen, und sie muss ihre Kinder zurücklassen. In einem seit zwanzig Jahre leerstehenden Hotel findet sie Zuflucht, an einem Ort, den sie besser gemieden hätte. Bei Menschen, denen sie besser nie begegnet wäre.

Meinung

Der erste Teil „Totenfrau“ konnte mich wirklich begeistern. Ich mochte den speziellen Schreibstil, die Protagonistin und die Geschichte. Zwischen den ganzen üblichen Thrillern war dieses Buch wirklich mal etwas Erfrischendes. Doch der zweite Teil „Totenhaus“ konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen.

Doch fangen wir beim Schreibstil an. Dieser ist wie schon in Teil 1 sehr speziell und gewiss nicht jedermanns Sache. Kurze, beinahe abgehackte Sätze. Keine Beschönigungen, keine Umschreibungen, purer Klartext. Dialoge finden immer nur zwischen zwei Personen statt und die wörtliche Rede wird nur mit Spiegelstrichen angezeigt. Aichner hält sich nicht lange mit irgendwelchen Dingen auf, sondern schreibt die Geschehnisse in einem schnellen Tempo.

Wie schon in Teil 1 gibt es zwischen den Kapiteln viele Blankoseiten, was das Buch äußerlich gewaltig streckt. Mir persönlich macht das nichts aus, aber ich möchte dennoch darauf hinweisen.

Was den Inhalt angeht, wurde ich leider sehr enttäuscht. Alles, was ich an Teil 1 gemocht habe ist hier verloren gegangen. Unsere Protagonistin Blum ist nicht länger die Jägerin, sondern die Gejagte. Sie ist zu einer weinerlichen Frau mutiert, die im Selbstmitleid förmlich versinkt. Sie sitzt meistens tatenlos herum und jammert pausenlos vor sich hin.

Wo ist die Blum geblieben, die ich im ersten Teil so sehr mochte? Die teilweise eine richtige Draufgängerin war und nicht einmal mit der Wimper gezuckt hat, wenn es darum ging, jemanden umzubringen? Die alles dafür tat, um ihre Familie zu beschützen und den Tod ihres Mannes unbedingt rächen wollte? Diese taffe, konsequente Blum fehlt mir hier sehr. Schade!

Auch die Geschichte an sich ist alles andere als rund. Im Grunde hat dieses Buch für mich überhaupt keine richtige Daseinsberechtigung, denn es bringt den Leser eigentlich kaum weiter. Der rote Faden fehlt mir hier komplett, der Plot lässt ein richtiges Konzept vermissen.

Auch die Spannung lässt zu wünschen übrig. Generell sehe ich „Totenhaus“ nicht als Thriller, sondern eher als Psychogramm.

Fazit

Der Zwischenband einer Trilogie, welcher echt nicht nötig gewesen wäre. Die Protagonistin hat sich massiv zum negativen entwickelt, die Geschichte macht für mich keinen Sinn. Der einzige Pluspunkt bleibt für mich weiterhin der außergewöhnliche Schreibstil.

Ich vergebe 2 von 5 Sternen

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