Rezension: „Totenfrau“ von Bernhard Aichner

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Reihe: Bestatterin Blum (1) (Teil 2: „Totenhaus„)

Verlag: btb

Seiten: 444

Preis: 19,99 € (Gebundene Ausgabe) / 9,99 € (Taschenbuch)

ISBN: 978-3442749263

Klappentext

Warum musste ihr Mann sterben? War es wirklich ein Unfall mit Fahrerflucht, wie alle behaupten? Blum beginnt Fragen zu stellen – und als sie die Antworten gefunden hat, schlägt sie zu. Erbarmungslos.

Meinung

Ein Buch, das die Meinungen sicher spaltet.

Besonders mit dem Schreibstil muss man zurechtkommen. Die Sätze sind kurz, beinahe abgehackt, der Autor kommt schnell auf den Punkt und hält sich nicht großartig mit Beschreibungen auf. Bei der wörtlichen Rede wird komplett auf die üblichen Zeichen verzichtet, nur simple Spiegelstriche deuten einen Dialog an (ähnlich wie bei Zoran Drvenkar). Damit keine Missverständnisse dadurch entstehen, werden Gespräche stets nur von zwei Personen geführt, die sich mit dem Gesagten abwechseln.

Aichner deutet nichts an, beschönigt nichts, sondern spricht Klartext und nennt die Dinge beim Namen. Er beschreibt die Taten, wie sie sind und kann den Leser damit auch mal vor den Kopf stoßen.

Ich finde den Schreibstil sehr erfrischend. Sobald man sich daran gewöhnt hat fliegen die Seiten nur dahin und man rast förmlich durch die Geschichte. Ich habe nicht einmal 2 Tage für das Buch gebraucht. Wer sich jedoch unsicher mit dem Schreibstil ist, dem empfehle ich vorher die Leseprobe.

Ein Thriller aus der Sicht des Täters ist längst nichts Neues mehr, doch die Tatsache, dass die Täterin eine liebende Ehefrau und Mutter ist gibt dem Ganzen das gewisse Etwas. Man hat Mitgefühl für sie, obwohl sie rigoros andere Menschen tötet. Da sie Bestatterin ist, hat sie keine Angst oder Ekel vor dem Tod, dementsprechend ist sie nicht gerade zimperlich wenn es darum geht ihre Opfer um die Ecke zu bringen und verschwinden zu lassen. Dennoch entwickelt man Sympathien für Blum, hat Verständnis für ihr Handeln und wünscht ihr nur das Beste.

Insgesamt bietet die Geschichte eine gute Mischung aus Brutalität und Gerechtigkeit. Dem Leser wird durchaus mal etwas abverlangt, doch auch Emotionen kommen nicht zu kurz.

Mich hat es nicht gestört, aber ich möchte es dennoch hier erwähnen: Man bekommen für sein Geld wesentlich weniger Geschichte als man erwartet. Das Buch hat 444 Seiten, allerdings gehören dazu auch die Trennseiten zwischen den Kapiteln. Jedes neue Kapitel wird mit einer kompletten Blankoseite (inklusiver blanker Rückseite) angezeigt. Diese Seite befindet sich IMMER auf der rechten Seite. Endet das Kapitel also ebenfalls auf der rechten Seite, folgen daraufhin 3 Blankoseiten. Da die Kapitel recht kurz und damit ziemlich zahlreich sind, muss man sich also auf viele Blankoseiten gefasst machen. Grob geschätzt hat das Buch um die 100 Blankoseiten.

Fazit

Ein Thriller der anderen Art, welcher mir sehr gut gefallen hat. Ein Buch, das sich schnell lesen lässt und zwischen den ganzen üblichen Büchern dieses Genres etwas Erfrischendes hat. Gewiss nicht jedermanns Sache, mich konnte es vollkommen überzeugen.

Ich vergebe 5 von 5 Sternen

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