Reihenvorstellung: Rizzoli & Isles von Tess Gerritsen

 

Mit der Rizzoli & Isles – Reihe begann meine große Liebe für das Thriller-Genre. Deshalb möchte ich euch diese hier gerne etwas genauer vorstellen.

Alle bisher erschienen Bände:

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    Teil 1 der Reihe

    Die Chirurgin (1)

  • Der Meister (2)
  • Todsünde (3)
  • Schwesternmord (4)
  • Scheintot (5)
  • Blutmale (6)
  • Grabkammer (7)
  • Totengrund (8)
  • Grabesstille (9)
  • Abendruh (10)
  • Der Schneeleopard (11)

Rizzoli & Isles

Im Mittelpunkt der Bände stehen die Ermittlerin Jane Rizzoli und die Pathologin Dr. Maura Isles.

 

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Teil 2 + 3

Jane Rizzoli stammt aus einer chaotischen Familie und ist mit 2 Brüdern aufgewachsen. Vielleicht auch gerade deshalb ist sie nicht gerade das, was man als „ladylike“ bezeichnet. Sie hält sich selbst für keine Schönheit, weshalb sie sich mit solchen Dingen nicht großartig aufhält. Ihre Arbeit ist ihr dagegen sehr wichtig. Sie ist zunächst die einzige Frau in ihrer Abteilung und hat das Gefühl sich stets beweisen zu müssen, im Laufe der Zeit sieht sie das allerdings etwas gelassener und pfeift auf das Machoverhalten ihrer Kollegen. Sie ist eine starke Frau mit einem noch stärkeren Willen und jeder Menge Temperament. Wenn ihr etwas wichtig ist verbeißt sie sich regelrecht darin und gibt niemals auf.

Dr. Maura Isles ist das genaue Gegenteil von Jane. Sie ist eher ruhigerer Natur und wirkt auf viele Menschen recht unterkühlt. In Verbindung mit ihrem Beruf als Pathologin und ihrem stets eleganten Aussehen wird sie deshalb „Engel der Toten“ genannt. Ihre Arbeit verrichtet sie stets gewissenhaft was ihr in diesen Kreisen einen sehr guten Ruf verschafft hat. Sie ist intelligent, besonnen und im Grunde auch sehr sensibel, auch wenn sie Letzteres nur selten zeigt. Im Laufe der Reihe muss sich Maura mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen, die im 4. Teil „Schwesternmord“ thematisiert wird. Auch in der Liebe muss sie einige Rückschläge verarbeiten, weshalb sie sich oft einsam fühlt.

Kurzer Vergleich zur Serie

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Teil 4

Die Rizzoli & Isles – Reihe wurde recht erfolgreich verfilmt und jahrelang als Serie ausgestrahlt. Allerdings möchte ich hier anmerken, dass nur das grobe Konzept der Bücher für die Serie genutzt wurde. Besonders was die Charaktere von Jane und Maura angeht wurde hier viel ausgeschmückt und verdreht.

 

Wer also die Serie kennt und kein Fan davon ist und aus diesem Grund bisher keines der Bücher lesen wollte, dem sei gesagt: Serie und Buchreihe unterscheiden sich sehr voneinander und sind eigentlich kaum vergleichbar.

Aller Anfang ist schwer

Der erste Teil der Reihe – „Die Chirurgin“ – unterscheidet sich vom Aufbau her deutlich von der restlichen Reihe. Man merkt hier, dass Tess Gerritsen zu diesem Zeitpunkt selbst noch gar nicht genau wusste, wo die Reise hingehen soll. Vermutlich hat sie nicht erwartet, dass es so ein Erfolg wird und daraus eine Reihe entsteht.

 

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Teil 5

Versteht mich nicht falsch. „Die Chirurgin“ ist ein spannender Thriller mit einer gut durchdachten Geschichte. Aber was die Charaktere angeht gibt es hier klare Unterschiede zum Rest der Reihe. Jane Rizzoli ist hier beinahe nur ein Nebencharakter. Der Fokus liegt eher auf ihren Partner Thomas Moore, welcher später gar nicht mehr auftaucht und ab und zu mal erwähnt wird. Jane nimmt erst später im Buch eine zentralere Rolle ein.

Und Maura? Tja, die fehlt komplett. Erst beim zweiten Teil „Der Meister“ wird ihr Charakter eingeführt. Allerdings auch hier nur in einer Nebenrolle. Ab Teil 3 „Todsünde“ ist sie dann ein Hauptcharakter.

Medizin

Tess Gerritsen war selbst Medizinerin weshalb dieses Thema einen relativ großen Stellenwert in der Reihe hat. Der erste Teil „Die Chirurgin“ wird teilweise aus der Sicht einer Chirurgin erzählt. Man bekommt Einblicke in ihren Beruf und wenn sie einen

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Teil 6 + 7

Patienten aufschneiden muss wird dieser Vorgang eben genau geschildert.

 

Später ist das auch bei den Obduktionen von Maura der Fall. Wenn sie ihre Leichen aufschneidet und untersucht, ist der Leser hautnah dabei. Gerritsen erklärt die verschiedenen Vorgänge genau, ohne dabei zu fachlich zu werden.

Zart besaitete Leser könnte das allerdings zu viel sein, der geübte Thriller-Leser hat damit aber sicherlich kein Problem.

Thematik & Mittelpunkt

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Teil 8 + 9

Jeder Teil der Reihe behandelt eine andere Thematik und hat auch einen anderen Schwerpunkt. Tess Gerritsen bemüht sich dabei sehr, den Leser auch wissenswerte Informationen zukommen zu lassen und Kulturen näher zu bringen – und verpackt all das in einer spannenden Geschichte. In „Grabkammer“ (Teil 7) geht es Beispielsweise um eine mumifizierte Leiche und das alte Ägypten; „Der Schneeleopard“ (Teil 11) spielt teilweise in Botswana, Afrika und „Grabesstille“ (Teil 9) thematisiert die chinesische Kultur. Es geht um Sekten, Menschenhandel, Attentate, Stalking und vieles mehr.

 

Ermittelt wird aber natürlich in Boston, denn da arbeiten und leben die Protagonistinnen.

Ab dem 3. Teil steht Jane oder Maura abwechselnd im Mittelpunkt der Geschichte, was den Schwerpunkt des Ganzen auch immer etwas verlagert. Schließlich ist es schon etwas anderes wenn eine Ermittlerin oder eben eine Pathologin im Fokus steht. In Mauras Fall sind die Fälle dann oft persönlicher Natur, so muss sie sich beispielsweise mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen oder wird selbst zum Opfer.

Sollte man die Reihenfolge einhalten?

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Teil 10

Ich selbst habe die Reihe damals querbeet gelesen, was ich heute nicht mehr machen würde. Allerdings ist das durchaus möglich. Die Fälle an sich sind immer abgeschlossen, nur das Privatleben der beiden geht natürlich weiter. Wenn ihr also quer lest wie ich damals, solltet ihr euch nicht wundern wenn eine der beiden plötzlich schwanger ist oder ein Kind hat.

 

Die einzige Ausnahme hierbei würde ich bei Band 1 „Die Chirurgin“ und Band 2 „Der Meister“ machen. Band 2 ist zwar ein eigenständiger Fall, baut aber sehr stark auf Band 1 auf. Dementsprechend empfiehlt es sich hier, zumindest diese beiden in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Meine persönlichen Eindrücke

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Teil 11

Für mich haben alle Bände der Reihe einen gewissen Standard an Qualität. Es gibt keines, das mir überhaupt nicht gefallen hat. Manche stechen etwas mehr heraus, aber im Grunde sind alle gut bis genial!

 

Alle Bücher haben eine gute Balance zwischen Fall und Privatleben und werden in einem schönen Tempo erzählt. Die Spannung bleibt konstant auf einem Level und durch die vielseitigen Themen wird man immer wieder aufs Neue überrascht.

Meine liebsten Teile sind „Schwesternmord“, „Scheintot“ und „Totengrund“. Am wenigsten hat mir „Grabkammer“ gefallen, was allerdings allein an der Thematik liegt, die nicht so mein Ding war.

Fazit

Ich kann diese Reihe jedem Thriller Fan absolut empfehlen und ich werde die Bücher sicher irgendwann mal rereaden. Als ich nach langer Zeit endlich den aktuell letzten Teil in die Hand genommen habe, war das für mich schon richtige Nostalgie. Die Charaktere sind mir so sehr ans Herz gewachsen und ich hoffe sehr, dass diese Reihe noch einige Bände erhalten wird.

 

 

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