Rezension: „RAUM“ von Emma Donoghue

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Verlag: Piper

Seiten: 410

Preis: 19,99 € (Gebundene Ausgabe) / 9,99 € (Taschenbuch)

ISBN: 978-3492301299

Klappentext

Für Jack ist Raum die ganze Welt. Dort essen, spielen und schlafen er und seine Ma. Und dort versteckt sie ihn im Schrank, wenn Old Nick kommt.

Meinung

Was bei diesem Buch zunächst auffällt ist der Schreibstil. Die Geschichte wird aus der Sicht des kleinen Jungen Jack erzählt. Und weil Jack nun mal erst 5 Jahre alt ist und noch nie Kontakt zur Außenwelt hatte, ist seine Wortwahl nicht immer ganz richtig. Der Leser muss sich also auf viele Grammatikfehler und Gedankenwirrwarr gefasst machen.

Doch daran kann man sich tatsächlich gewöhnen. Wo man zunächst noch ständig über fehlende Wörter und ähnliches stolpert, so wird der Lesefluss mit der Zeit fließender. Man lernt automatisch, diese Fehler zu überlesen.

Diese Sicht macht das Buch auch zu etwas Besonderem. Denn Jack versteht die Dinge oft auch nicht. Er versteht nicht, warum der böse Old Nick nachts zu seiner Mutter kommt und warum er sich dann verstecken muss. Warum seine Mama so oft traurig ist. Doch der Leser versteht es, ohne dass man es ihm direkt sagen muss. Wenn Jack und seine Ma jeden Tag immer zur gleichen Zeit gemeinsam ganz laut schreien, dann ist das für ihn nur ein Spiel. Doch der Leser versteht: Sie schreien, weil die Mutter hofft, gehört zu werden. So macht sich beim Lesen eine Beklemmung breit, die Jack an sich gar nicht empfindet. Und das macht das Buch so interessant.

Doch es ist nicht nur die Gefangenschaft, die thematisiert wird. Ganz im Gegenteil: Diese nimmt gar nicht so einen großen Stellenwert ein. Es geht vielmehr um Familie, um das Verarbeiten traumatischer Erlebnisse und vor allem um die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind und welche Kräfte dies freisetzen kann.

Doch ich habe auch einige Kritikpunkte:

Zum einen die Kapitellänge. Es gibt keine richtigen Kapitel sondern 5 Abschnitte, weshalb diese auch entsprechend lang sind. Für einen Kapitelleser wie mich ist das besonders in Verbindung mit dem Schreibstil sehr anstrengend und fördert nicht gerade den Lesefluss. Dieser Punkt ist allerdings Geschmackssache und fließt daher nicht sonderlich in die Bewertung ein.

Das Ende. Dieses war für mich kein richtiger Abschluss der Geschichte. Mir hat da definitiv noch ein wenig gefehlt. Ein weiteres Kapitel oder Epilog zum Beispiel.

Fazit

Ein sehr besonderes Buch, das den Hype darum absolut verdient hat.

Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen


Anmerkung

Ich habe dieses Buch im Rahmen einer Leserunde zusammen mit Ashley (instagram ashleys.thrillerkabinett sowie gleichnamiger Blog) und Nicole (Instagram @nicci_boox) gelesen. Wie immer hat das gemeinsame Lesen mit euch sehr viel Spaß gemacht ❤

Ashley hat über dieses Buch ebenfalls eine Rezension geschrieben. Schaut doch mal rein: Ihre Rezension

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